Articles in Category: Sprachraum

Wie der Tafelhuber Toni seinen Hitler verleugnet hat

Autor Ödön von Horváth (1901 - 1938) Freitag, 10 Mai 2013. Hits 174 Kategorie Feuilleton - Sprachraum

Erzählung von Ödön von Horvath

Wie der Tafelhuber Toni seinen Hitler verleugnet hat

Gegen den Satan der Fleischeslust ist noch kein Kraut gewachsen, besonders im Fasching nicht. Auch wenn man eingeschriebenes Mitglied der NSDAP ist, erliegt man halt leicht der Versuchung, wie uns dies der Fall Tafelhuber zeigt. Der Tafelhuber Toni war nämlich ein überaus eifriger Hakenkreuzler, aber trotzdem verleugnete er bei der letzten Redoute seinen Hitler, und daran war nur so ein raffiniertes Frauenzimmer, Gott verzeih ihr die Sünd, schuld. Die hat den Tafelhuber Toni direkt um ihre Finger gewickelt, akkurat wie die Dalila ihren Simson. Dabei war der Tafelhuber gar kein Simson nicht.

Zwei Gedichte

Autor Odile Endres Freitag, 12 April 2013. Hits 178 Kategorie Sprachraum

Zwei Gedichte

sorgenbus

der sorgenbus fährt jetzt täglich.
zu jeder tages- und nachtzeit.
der zustieg ist überall möglich,
man braucht sich nur an die
straße zu stellen: daumen
nach unten und der bus
stoppt.

Carl Sternheim - Napoleon Teil1

Autor Carl Sternheim (1878-1942) Samstag, 23 März 2013. Hits 214 Kategorie Sprachraum

Carl Sternheim - Napoleon Teil1

Napoleon wurde 1820 zu Waterloo im Eckhaus, vor dem sich die Steinwege nach Nivelles und Genappes trennen, geboren. Sein Kinderleben verließ historischen Boden nicht. Über die durch Hohlwege gekreuzten Flächen, auf denen des Kaisers Kürassiere in Knäueln zu Tode gestürzt waren, gingen seine Soldatenspiele mit Gleichaltrigen. Sie lehrten ihn ewige Gefahr, Wunden und Sieg. Zwölf Jahre alt, nahm er von Kameraden beherrschten Abschied, sprang zum Vater in die Kalesche und fuhr nach Brüssel hinüber, wo er vor einem Gasthaus abgesetzt wurde. In der Küche des Lion d'Or lernte er Schaum schlagen, Fett spritzen, schneiden und schälen

Carl Sternheim - Napoleon Teil 2

Autor Carl Sternheim (1878-1942) Samstag, 23 März 2013. Hits 159 Kategorie Sprachraum

Carl Sternheim - Napoleon Teil 2

Zwischen ihr und dem Patron webte nun eine schöne Vertraulichkeit, geboren aus den Blicken dankbarer Anerkennung, mit denen die Essende nach jeder von ihm selbst angerichteten Platte Napoleon beschenkt hatte. Allmählich lernten die Augen sich auch sonst suchen, nach dem lauten Scherzwort eines Gastes etwa, einer unzarten Bemerkung von irgendwoher, bei jedem Vorkommnis. Und fühlten, wie es in der Blicktiefe des anderen ein Geheimnisvolles gab, durch das das eigene Schauen wie an feinen Häkchen schmerzvoll süß haranguiert wurde. Dazu fuhr die Frau mit freundschaftlicher Würde fort, ihm Beobachtungen und Anregungen mitzuteilen, die sie aus sich selbst und von anderen zu Vervollkommnung des Betriebes nahm.

Ernst Toller - Kindheit

Autor Ernst Toller (1893 – 1939) Freitag, 22 März 2013. Hits 286 Kategorie Sprachraum

Beginn des ersten Kapitels von Tollers 1933 erschienener Autobiografie „Eine Jugend in Deutschland"

Ernst Toller - Kindheit

Friedrich der Große erlaubte meinem Urgroßvater mütterlicherseits als einzigem Juden in Samotschin, einer kleinen Stadt im Netzebruch, sich anzusiedeln. Mein Urgroßvater bezahlte eine Summe Geldes, dafür ward ihm der Schutzbrief eingehändigt. Auf diesen Akt war der Urenkel stolz, er sah darin Auszeichnung und adlige Erhöhung und prahlte damit vor den Schulkameraden.

Kampf der Metapher!

Autor Carl Sternheim (1878-1942) Samstag, 23 Februar 2013. Hits 338 Kategorie Einwurf - Sprachraum

Auszug aus dem 1917 erschienenen gleichnamigen Essay

Kampf der Metapher!

Deutsche Welt, die in Worten lebt, von denen jedes, falsch gebildet, an allem Heutigen in phantastischer Weise vorbeigreift, gilt es vom Keller aus neu aufzubauen. Das heißt: nicht mit des Zeitgenossen Sprache macht er sich über dessen Unarten und Allzumenschliches lustig,

Schwarz und weiß

Autor Angelika Janz Donnerstag, 21 Februar 2013. Hits 301 Kategorie Literatur - Sprachraum

Erstveröffentlichung einer 1986 entstandenen Erzählung

Schwarz und weiß

Der See hätte auseinanderbrechen müssen wie damals dem Moses und seinem Volk das Rote Meer, um eines Menschen Gedanken da hindurchführen zu können. Da, in der Mitte, der Länge nach, war nicht einmal Überschwang, nur RISS, das Allerentfernteste, das ein Ich v o r sich entblößen kann. Das befand sich dort: im, über dem, unter dem Wasser. Natürlich war überhaupt nichts zu sehen. Das war 1986.

Phantastische Topographie der Hansestadt Lüneburg: Im Labyrinth

Autor Jürgen Buchmann Donnerstag, 17 Januar 2013. Hits 520 Kategorie Feuilleton - Literatur - Sprachraum

Auszug aus: Jürgen Buchmann, Lüneburger Trilogie (Greifswald 2013)

Phantastische Topographie der Hansestadt Lüneburg: Im Labyrinth

Fahrt die Strecke Hannover-Hamburg. Wenn ihr des Schaffners Ruf hört: Lüneburg, 2 Minuten!, dann springt heraus aus dem Abteil, überschlagt einen oder zwei Züge - der Herr Stationsvorsteher bescheinigt ja gern die Fahrtunterbrechung - und seht euch die schöne alte Stadt an. Ich übernehme gerne die Verantwortung!

Gebrüder Grimm - Die Gänsemagd

Autor Gebrüder Grimm Mittwoch, 19 Dezember 2012. Hits 399 Kategorie Sprachraum

Gebrüder Grimm - Die Gänsemagd
Am 20. Dezember 1812 erschien der erste Band der "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm. Mittlerweile sind diese Märchen in rund 170 Sprachen übersetzt worden. Damit sind sie neben Luthers Bibelübersetzung eines der wichtigsten Bücher der deutschen Kulturgeschichte. Zur Erinnerung daran veröffentlichen wir hier das wunderschöne Märchen von der Gänsemagd mit dem Text der ersten Auflage.

Prudenci Bertrana - Josafat.Oder: Unsere Liebe Frau von der Sünde

Autor Prudenci Bertrana Donnerstag, 13 Dezember 2012. Hits 810 Kategorie Feuilleton - Sprachraum

Prudenci Bertrana - Josafat.Oder: Unsere Liebe Frau von der Sünde

Als Vorabdruck der Neuübersetzung von Betranas Roman von Jürgen Buchmann veröffentlichen wir hier das 1. Kapitel.

In den Glockenturm Unserer Lieben Frau gelangt man über die Taufkapelle. Die mystische Dämmerung des gotischen Tempels wird hier zur Finsternis. Von dem Gemälde über dem Eingang, auf dem Johannes der Täufer aus einer Muschel Wasser über das edle Haupt Jesu gießt, ist nicht mehr zu erkennen als die verschwommenen Tupfer des weißen Inkarnats.

Oscar Wilde: Der Modellmillionär

Autor Oscar Wilde Montag, 19 November 2012. Hits 834 Kategorie Feuilleton - Sprachraum

Ein Zeichen der Bewunderung Übersetzung: Frieda Uhl und Rudolph Lothar. Illustration: Aubrey Beardsley

Oscar Wilde:  Der Modellmillionär

Wenn man nicht reich ist, hat es keinen Sinn, ein netter Junge zu sein. Romantik ist das Vorrecht der Reichen, nicht der Beruf der Arbeitslosen. Der Arme muß praktisch und prosaisch sein. Es ist besser, ein sicheres Einkommen zu haben, als die Leute zu bezaubern. Das sind die großen Wahrheiten des modernen Lebens, die Hugo Erskine niemals erkannte. Armer Hugo!

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    Author kauvieh, Montag, 16 Juli 2012, Hits 2778, Kategorie AGB

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    Author kauvieh, Montag, 06 Mai 2013, Hits 206, Kategorie AGB

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    Author kauvieh, Dienstag, 12 Juni 2012, Hits 495, Kategorie AGB

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Neue kommentare

thanks to all the wonderful public of Eutin and great organasation !
I had a wonderful time with you all and don't forget Blues is a...

Nina Van Horn Nina Van Horn 23. Mai, 2013 |

Voll d'acord Bluespfaffe, ich weiß ja, daß Du qualitativ hochwertige Musik suchst und nicht zu den Schubladendenkern gehörst. Meine...

Bernd Bernd 22. Mai, 2013 |

Ich war ganz schön genervt von der Tatsache, dass einige Leute ihre Kritik derartig unreflektiert und von keiner wirklichen Sachkenntnis...

Bluespfaffe Bluespfaffe 22. Mai, 2013 |

Gemach Nathan, erst mal schön, daß Eutin trotz des Wetters prima war. Ich bin ja eingeschworener Anhänger des Chicago, Texas, Delta -...

Bernd Bernd 22. Mai, 2013 |

Den Nagel auf den Kopf getroffen! Danke Nathan!

Gerlinde Rosensteiner Gerlinde Rosensteiner 16. Mai, 2013 |